Heimat
Zwischen Wahrnehmung und Erinnerung
In meiner fotografischen Arbeit interessiert mich der Moment, in dem sich äußere Realität, Wahrnehmung und Erinnerung miteinander verbinden. Landschaft verstehe ich dabei nicht als festen Ort, sondern als ein offenes Gefüge, das sich im Akt des Sehens immer wieder neu formt. In diesem Prozess entsteht für mich auch die Vorstellung von Heimat, nicht als geografischer Punkt, sondern als innerer Zustand.
Meine Arbeit beginnt in der Beobachtung und ist eng mit meiner eigenen Umgebung verbunden. Die Landschaften, mit denen ich arbeite, sind vertraut, sie tragen Spuren eines Ortes, den ich kenne. Durch die bewusste Bewegung der Kamera während der Belichtung löse ich mich jedoch von einer rein dokumentarischen Darstellung. Vertraute Strukturen geraten ins Fließen, Orientierung verschiebt sich und aus konkreten Orten entstehen Bildräume, in denen sich das Sichtbare mit inneren Bildern überlagert und eine eigene Wirklichkeit entwickelt.
Natur ist für mich dabei kein Motiv im klassischen Sinne, sondern ein Erfahrungsraum. In ihr begegne ich Zeit, Wandel und zyklischen Prozessen unmittelbar. Entstehen und Vergehen, Ruhe und Bewegung existieren gleichzeitig. Diese Gleichzeitigkeit prägt meine Arbeit und mein Verständnis von Heimat als etwas, das sich nicht festschreiben lässt, sondern im Erleben immer wieder neu bildet.
Wahrnehmung ist für mich kein passiver Vorgang, sondern ein aktiver Prozess. Das Gesehene verbindet sich mit Erinnerung, verschiebt sich und verdichtet sich. In diesen Übergängen entstehen Bildräume, die sich vom dokumentarischen Ursprung lösen und eine eigene Präsenz entwickeln. Sie bewegen sich in einem Zustand, der nicht eindeutig festgelegt ist und gerade dadurch offen bleibt für unterschiedliche Lesarten.
Mich treibt die Erfahrung an, dass nichts dauerhaft fest bleibt. Veränderung ist kein Ausnahmezustand, sondern ein universelles Prinzip. Heimat erscheint in meiner Arbeit deshalb nicht als Gegenpol zu dieser Bewegung, sondern als etwas, das sich gerade in ihr formt.
Meine Fotografien beschreiben keine Orte. Sie machen Zustände erfahrbar. Sie öffnen einen Raum, in dem sich äußere und innere Wirklichkeit begegnen und in dem sich auch für die Betrachtenden eigene Erinnerungen, Empfindungen und Vorstellungen überlagern können. So entsteht ein Bildraum, der nicht nur meine Wahrnehmung zeigt, sondern an grundlegende Erfahrungen anknüpft, die über den konkreten Ort hinausweisen..
TITEL: Heimat
JAHR: 2023-2025
TECHNIK: Premium UltraChrome ™ K3-Pigment Prints auf Hahnemühle Künstlerpapier FineArt Photo Rag® matt
FORMAT: 60 × 80 cm
AUFLAGE: 01/25
PREIS: auf Anfrage